Lustgarten der Düfte oder bizarre Parallelwelt?

Selbst einem erfahrenen Menschen offenbaren sich in der Welt des Geruchsfetischismus immer wieder überraschende Varianten. Dazu brauchst du nur einmal die Anzeigen zu durchstöbern, in denen Liebhaber getragener Höschen, Slips und Tangas einschlägige Offerten finden. Die Nachfrage regelt offenbar das Angebot – diese ökonomische Grundregel bestätigt sich auch hier.

Neben Schlüpfern aller Größen und Styles erfreuen sich offensichtlich ebenfalls getragene Nylons oder Söckchen bei Empfängern, die eine Nase für inividuelle Körperdüfte haben, großer Beliebtheit. Es gibt spezielle Netzwerke, Onlineshops, Blogs und mehr, die sich diesem Thema mit feinem Gespür für angesagte Duftnoten widmen. Luftdicht verpackte gebrauchte Wäsche wechselt auf dem Postweg ihren Besitzer, um ihren unverwechselbaren Geruch vor lüsternen Nüstern zu entfalten. Getragene Slips verkaufen liegt im Trend und der Markt boomt, viele Frauen machen Ihr Geld mit dem duftigen Geschäft diskret und anonym über das Internet.Woran erkennt der Kenner die KönnerInnen?Manche Frauen sind offenbar sehr versiert auf diesem Gebiet: Sie tanzen mit Einfühlungsvermögen und gesundem Geschäftssinn nach der Nase der Fetischisten, indem sie deren größte Sehnsüchte erfüllen. Sie kennen die Codes und die Chiffren der Szene – und natürlich die Reizwörter. Sie locken mit feuchten Geheimnissen, Sekret-Secrets und dem unverwechselbaren Odeur des weiblichen Genitalbereichs. Einige verbinden ihre Angebote mit nicht allzu dezenter Verbalerotik, die ein wenig nach Eigenlob stinkt. Aber genau das scheint die Empfänger anzumachen und einen unstillbaren Kaufreiz bei ihren auszulösen.

Als aufmerksamer Beobachterin der Inserate entgeht dir außerdem nicht, dass sich Dominanz und der schwunghafte Handel mit getragenen Dessous offenbar gern paaren. Oder dass das Gebaren einer Herrin vonseiten des Fetischisten erwartet wird, um den Reiz des Schnüffelns zu erhöhen. Außerdem entsteht der Eindruck, als stünde manchem Höschen-Enthusiasten das Riechorgan nach hochwertiger Reizwäsche. Dein Slip vom Discounter dürfte allenfalls einen Niesanfall provozieren. Sich den ersehnten Hauch femininer Körperdüfte um die Nase wehen zu lassen, bringt einen anspruchsvollen Fetischisten eher auf Touren, wenn es sich dabei um Designerslips oder Luxus-Dessous handelt.

Slip ist längst nicht gleich Slip

Manche Frauen versuchen es mit Alleinstellungsmerkmalen wie XXXL-Übergröße, ihre Wäsche an den Mann zu bringen. Oder an mehrere zugleich? Andere probieren es zu punkten, indem sie sich beispielsweise als “geile Witwe” ausgeben. Oder sie versuchen, sich als Verpackungskünstlerinnen zu profilieren – vielleicht weil sonst die Konkurrenz ebenfalls den richtigen Riecher haben könnte? Andere schwören, das Höschen sei noch feucht vom letzten Quickie oder von einem genussvollen Abend allein auf der sexy Satinbettwäsche. Sich selbst beglücken und dabei einen Slip tragen? Warum eigentlich nicht, wenn schon der nächste Interessent bereitwillig seine Nase hineinstecken möchte?

Wenn du es also selbst einmal ausprobieren willst, deine getragenen Höschen zu verscherbeln, solltest du deine Eigenwerbung einfallsreich und ruhig ein bisschen aufreizend formulieren. Und die Szene schon ein wenig kennen. Du darfst z. B. davon ausgehen, dass auch Bremsspuren in manchen Kreisen ebenso gern beschnuppert werden wie deine sehr typischen weiblichen Düfte. Stammkunden sind das sicherste Kapital – das gilt auch im Business mit heißen Höschen. Sieh dich um im Dschungel der Slip-Lianen und der Tarzans, die jede Fährte aufnehmen. Sie warten auf deine Angebote.

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